„Das neue Kornhaus präsentiert sich als formschöner Kubus. Es erinnert formal an ein Getreidebündel und stellt einen eleganten neuen Bezugspunkt in der Stadt dar.“ So beschreibt die Kornhaus Broschüre der Swissmill den 118 Meter hohen Bunker welcher inmitten des trendigen Zürich-West Quartier vermehrt negative Aufmerksamkeit generiert.
Der amerikanische Regisseur Stanley Kubrick hat es vorgemacht. Ein Monolith, anno 2001, erregt Gemüter und kann im Jahr 1968 recht zukunftsweisend wirken. Aber wie wirkt so ein Monolith aus Beton, welcher rektangulär und über hundert Meter hoch inmitten von Zürich platziert ist, und das im jungen 21. Jahrhundert? Wie Kubrick’s Affen starren wir, die von schöner Natur und Wellness gesegneten Zürcher, auf den Swissmill Betonbunker aka „118 Meter Hässlichkeit“. (NZZ am Sonntag vom 16.04.2016)
Industrie Romantik versus Stadtentwicklung
Zugegeben, das Kornhaus des Schweizer Volkes spart nicht mit sinnlichen, beinahe romantischen Assoziationen: Das Kornhaus ist eine Hommage an den geschätzten Baustoff Beton, dessen Materialbeschaffenheit am besten dient um unser wertvolles Getreide zu beschützen. Ein Symbol für die Industrie und eine Huldigung des Quartiers in seinem Ursprung. Daneben dient er auch als Schattenspender an der Badi Letten.
Aber hier zeigt sich wieder die Frage, welche Relevanz Industriebauten für die Stadtentwicklung haben. Wo bleibt die Revitalisierung von Industriebauten und dessen ästhetische Integration in den Städtebau?
Architektur – Eine Kulisse für Zeit und Kultur
Wir sind Architekten aus Leidenschaft. Wir geben zu, Architektur darf gerne groß sein und einfach auch nur funktionieren. Architektur muss aber nicht immer nur groß sein – Kreativität übersteigt manchmal Enormität. Architektur darf wie die Mode, Musik, die Literatur und Kunst, polarisieren. Architektur kann schön sein, Architektur kann auch hässlich sein. Architektur kann gerne virtuos und exzentrisch sein. Wir finden dennoch Architektur – in solch kolossalem Ausmaß – darf und sollte Rücksicht auf den Zeitgeist seiner Epoche nehmen.
Konzept für Fassadengestaltung: Planting Urbanism
Wir empfehlen ein Facelift für den Swissmill Turm. Eine Symbiose von Mailand’s hochgefeierten Bosco Verticale und Anish Kapoor’s ultra-coolem Cloud Gate im Millennium Park Chicago. Eine sinn-bildliche Verbindung von Himmel und Erde in Zürich. Eine Gleichsetzung von Natur und Hi-Tech.
Tagsüber ein Wolkenkratzer der nicht an den Wolken kratzt, sondern uns den Himmel und die Stadt widerspiegelt und dank der vertikalen Bepflanzung eine attraktive Stadt-Dschungel-Atmosphäre ausstrahlt.
Nachts gibt das Silo den Zürchern das was der Prime Tower nicht schafft – eine faszinierende Kulisse mit der Kompetenz zum Dialog und zur Unterhaltung der Bürger anhand Licht und Farbbespielung.
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